EMT-Busnetz

EMT Madrid (Empresa Municipal de Transportes) betreibt das städtische Busnetz. Mit über 200 Routen und mehr als 2.000 Bussen ist es das umfangreichste Oberflächenverkehrssystem in Madrid. Alle EMT-Busse sind Niederflurfahrzeuge mit manuellen Rampen für den Rollstuhlzugang.

Das Busnetz deckt die gesamte Stadt ab, einschließlich Bereiche, die die Metro nicht erreicht. Für Rollstuhlfahrer können Busse eine gute Alternative sein, wenn Metro-Stationen keine Aufzüge haben oder wenn Ihr Ziel näher an einer Bushaltestelle liegt.

Busse fahren von etwa 6:00 bis 23:30 Uhr auf den meisten Routen. Nachtbusse (Buhos) übernehmen nach Mitternacht und fahren bis 6:00 Uhr.

Einsteigen in einen EMT-Bus

Alle EMT-Busse haben eine ausfahrbare Rampe an der Mitteltür (der zweiten Tür). So steigen Sie ein:

  1. Warten Sie an der Bushaltestelle in der Nähe der Mitteltürposition. Die meisten Bushaltestellen haben eine erhöhte Plattform oder einen Bordstein von etwa 15 bis 20 Zentimetern Höhe, um den Spalt zu verringern.
  2. Signalisieren Sie dem Fahrer, indem Sie den Rollstuhlknopf an der Außenseite des Busses drücken (nahe der Mitteltür) oder Blickkontakt mit dem Fahrer herstellen.
  3. Der Fahrer senkt den Bus ab (Kneeling-Funktion) und fährt die manuelle Rampe an der Mitteltür aus.
  4. Steigen Sie über die Rampe ein und fahren Sie zum ausgewiesenen Rollstuhlplatz.
  5. Ziehen Sie die Bremsen an und halten Sie sich am Haltegriff fest oder nutzen Sie den Sicherungsgurt, falls vorhanden.

Wenn Sie aussteigen möchten, drücken Sie den Haltewunschtaster rechtzeitig vor Ihrer Haltestelle. Der Fahrer fährt die Rampe an der Mitteltür für Sie aus.

Der Rollstuhlknopf

Achten Sie auf den blauen Rollstuhlknopf an der Außenseite des Busses nahe der Mitteltür. Durch Drücken wird der Fahrer darauf aufmerksam, dass ein Rollstuhlfahrer einsteigen möchte. Der Knopf aktiviert auch ein akustisches Signal im Bus. Wenn Sie den Knopf nicht finden, winken Sie dem Fahrer zu oder steigen Sie durch die Vordertür ein, um es ihm mitzuteilen.

Rollstuhlplatz im Bus

Jeder EMT-Bus hat einen ausgewiesenen Rollstuhlplatz nahe der Mitteltür. Der Platz ist etwa 80 Zentimeter breit und 130 Zentimeter tief. Er umfasst:

  • Einen Klappsitz, den stehende Fahrgäste für Rollstuhlfahrer freimachen sollten.
  • Einen Haltegriff für Stabilität.
  • Einen Haltewunschtaster in Reichweite.

Elektrorollstühle und Standard-Mobilitätsroller passen in diesen Platz. Wenn der Rollstuhlplatz von einem Kinderwagen belegt ist, haben Rollstuhlfahrer Vorrang und der Kinderwagen muss bewegt werden.

Akustische und visuelle Ansagen

Alle EMT-Busse haben:

  • Akustische Ansagen: Die nächste Haltestelle wird über Lautsprecher im Bus angesagt.
  • Visuelle Anzeigen: Elektronische Bildschirme vorne im Bus zeigen die Routennummer, aktuelle Haltestelle und nächste Haltestelle.
  • Außenanzeigen: Die Vorder- und Seite jedes Busses zeigt die Routennummer und das Ziel.

Nachtbusse (Buhos)

Madrids Nachtbusdienst fährt von etwa Mitternacht bis 6:00 Uhr, sieben Nächte pro Woche. Es gibt 27 Nachtbusrouten (nummeriert N1 bis N27). Die meisten Routen strahlen von der Plaza de Cibeles im Stadtzentrum aus.

Alle Nachtbusse sind Niederflurfahrzeuge mit dem gleichen Rampensystem wie die EMT-Tagesbusse. Der Einstieg für Rollstuhlfahrer folgt dem gleichen Verfahren. Nachtbusse fahren alle 15 bis 35 Minuten je nach Route und Uhrzeit.

Nachtbus-Knotenpunkt

Die Plaza de Cibeles ist der zentrale Knotenpunkt für Nachtbusse. Die meisten Routen fahren durch Cibeles oder starten dort. Die Umgebung des Brunnens hat glatte, gepflasterte Gehwege und abgesenkte Bordsteine. Wenn Sie zwischen Nachtbusrouten umsteigen müssen, ist Cibeles der beste Ort dafür.

EMT-App und Echtzeitverfolgung

Die EMT Madrid App (kostenlos für iOS und Android) bietet:

  • Echtzeit-Busverfolgung und Ankunftszeiten für jede Haltestelle.
  • Routenplanung mit Barrierefreiheitsfiltern.
  • Informationen darüber, welche Busse auf einer Route barrierefrei sind (alle sind es, aber die App bestätigt den nächsten ankommenden Bus).
  • Haltestellenstandorte auf einer Karte.

Die App ist auf Spanisch und Englisch verfügbar.

Fahrpreise und Tickets

EMT-Busse verwenden die gleiche Tarjeta Multi wie die Metro.

Tickettyp Preis (ca.) Gültig für
Einzelfahrt Bus 1,50 Euro Nur EMT-Busse
10-Fahrten-Metrobus-Pass 12,20 Euro EMT-Busse und Metro
Touristenpass (1 Tag, Zone A) 8,40 Euro Metro, EMT-Busse, Cercanias
Touristenpass (7 Tage, Zone A) 35,40 Euro Metro, EMT-Busse, Cercanias

Sie können direkt beim Fahrer mit kontaktloser Karte oder Bargeld (passendes Kleingeld bevorzugt) bezahlen, wenn Sie keine Tarjeta Multi haben. Die kontaktlose Kartenzahlung hat den gleichen Tarif wie die Standardeinzelfahrt.

MetroSur Stadtbahn (ML1)

MetroSur ist eine Stadtbahnlinie durch Madrids südliche Vororte: Mostoles, Alcorcon, Leganes, Getafe und Fuenlabrada. Sie bildet eine Schleife, die diese Gemeinden verbindet.

Barrierefreiheit: Alle MetroSur-Stationen sind vollständig barrierefrei mit Aufzügen und ebenem Einstieg. Die Züge haben breite Türen, Niederflur und ausgewiesene Rollstuhlplätze. Der Spalt zwischen Bahnsteig und Zug ist minimal.

MetroSur liegt nicht im Haupt-Touristengebiet. Es ist nützlich, wenn Sie in den südlichen Vororten wohnen oder Sehenswürdigkeiten außerhalb des Stadtzentrums besuchen.

Madrider Touristenbus (Bus Turistico)

Madrid City Tour betreibt offene Doppeldecker-Sightseeing-Busse auf zwei Routen entlang der Hauptsehenswürdigkeiten. Die Barrierefreiheit dieser Busse variiert:

  • Das Unterdeck einiger Busse ist barrierefrei, aber nicht alle Busse der Flotte haben Rampen.
  • Erkundigen Sie sich beim Betreiber am Einstiegspunkt (die Haupthaltestelle ist nahe der Plaza de Espana), ob der nächste Bus Rollstuhlzugang hat.
  • Das obere offene Deck wird über Treppen erreicht und ist nicht rollstuhlgerecht.

Barrierefreiheit des Touristenbusses

Die Touristenbusflotte ist nicht vollständig barrierefrei. Wenn Sie diesen Dienst nutzen möchten, kontaktieren Sie Madrid City Tour im Voraus, um zu bestätigen, dass ein barrierefreier Bus auf Ihrer Route und Abfahrtszeit verfügbar ist. Erwägen Sie die EMT-Stadtbusse als zuverlässigere barrierefreie Alternative zum Sightseeing - viele Routen passieren die Hauptsehenswürdigkeiten.

Tipps für Busfahrten

  • Positionieren Sie sich an der Mitteltür, wenn der Bus ankommt. Dort wird die Rampe ausgefahren.
  • Planen Sie zusätzliche Zeit ein. Busse in Madrid können durch Verkehr verzögert werden, besonders in den Hauptverkehrszeiten (8:00 bis 10:00 Uhr und 18:00 bis 20:30 Uhr).
  • Busspuren helfen. Viele Hauptstraßen in Madrid haben eigene Busspuren, die Verzögerungen im Vergleich zum Autoverkehr reduzieren.
  • Bushaltestellen sind überwiegend barrierefrei. Die meisten Haltestellen im Stadtzentrum haben erhöhte Plattformen und taktiles Pflaster. Einige ältere Haltestellen in Wohnvierteln haben niedrigere Bordsteine.
  • Klimaanlage: Alle EMT-Busse sind klimatisiert, was während Madrids heißen Sommern (Juni bis September, wenn die Temperaturen oft 35 Grad Celsius überschreiten) wichtig ist.

Sehenswerte Busrouten

Die EMT-Busrouten 27 und 001 (Linea Cero) sind beliebte Sightseeing-Routen. Route 001 fährt von Atocha durch den Paseo del Prado, vorbei an Cibeles, den Paseo de la Castellana hinauf und ist kostenlos. Route 27 verbindet Embajadores mit Plaza de Castilla entlang der Haupt-Nord-Süd-Achse. Beide sind vollständig barrierefrei und passieren viele von Madrids wichtigsten Sehenswürdigkeiten.

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