Medikamente nach Österreich einführen

Österreich folgt den EU- und Schengen-Regeln für persönliche Medikamente. Folgendes müssen Sie vor dem Packen wissen.

  • Bewahren Sie Medikamente in der Originalverpackung auf. Österreichische Zollbeamte können Sie auffordern, Ihre Medikamente zu identifizieren. In der Originalverpackung mit dem Apothekenetikett ist das unkompliziert.
  • Bringen Sie Ihr Rezept oder ein Arztschreiben mit. Führen Sie eine Kopie Ihres Rezepts oder ein Schreiben Ihres Arztes mit, das den Medikamentennamen (verwenden Sie den generischen/chemischen Namen, nicht nur den Markennamen), die Dosierung und den Verwendungszweck auflistet.
  • Kontrollierte Substanzen erfordern zusätzliche Dokumentation. Für starke Schmerzmittel, ADHS-Medikamente, Benzodiazepine oder andere kontrollierte Arzneimittel bringen Sie ein unterschriebenes Schreiben Ihres Arztes auf offiziellem Briefkopf mit. Für Reisende aus dem Schengen-Raum ist eine Schengen-Bescheinigung, die von einer Gesundheitsbehörde in Ihrem Heimatland unterschrieben ist, erforderlich. Diese Bescheinigung ist bis zu 30 Tage gültig.
  • Mengenbegrenzung. Sie dürfen bis zu drei Monate Vorrat an persönlichen Medikamenten nach Österreich einführen.

Warnung zu kontrollierten Substanzen

Einige Medikamente, die in Ihrem Heimatland legal sind, können in Österreich eingeschränkt sein oder eine besondere Dokumentation erfordern. Der österreichische Zoll kann Medikamente ohne ordnungsgemäße Dokumentation beschlagnahmen. Dazu gehören bestimmte Opioide, Stimulanzien und Schlafmittel. Erkundigen Sie sich vor der Reise bei der österreichischen Botschaft oder dem Konsulat, wenn Sie kontrollierte Medikamente einnehmen.

Österreichische Apotheken

Apotheken in Österreich sind am markanten roten "A"-Schild mit Schlangensymbol an der Gebäudefassade erkennbar.

Österreichische Apotheker sind ausgebildet, um bei kleineren Gesundheitsproblemen zu beraten, und können rezeptfreie Behandlungen für Schmerzen, Allergien, Verdauungsprobleme und leichte Verletzungen empfehlen. Für diese Grundbedürfnisse benötigen Sie keinen Arztbesuch.

Wichtig: Rezeptpflicht ist strenger

Österreich hat strengere Rezeptanforderungen als viele andere Länder. Viele Medikamente, die in den USA, Großbritannien oder anderen Ländern rezeptfrei erhältlich sind, erfordern in Österreich ein Rezept:

  • Antibiotika - Immer rezeptpflichtig.
  • Stärkere Schmerzmittel (über einfaches Ibuprofen und Paracetamol hinaus) - Rezeptpflichtig.
  • Die meisten Allergiemedikamente (über einfache Antihistaminika hinaus) - Können rezeptpflichtig sein.
  • Sodbrennen-/Refluxmedikamente (wie Omeprazol in größeren Dosen) - Können rezeptpflichtig sein.

Einfache Schmerzmittel (Ibuprofen, Paracetamol, Aspirin), einfache Antihistaminika, Hustenbonbons und Erkältungsmittel sind ohne Rezept in jeder Apotheke erhältlich.

Keine Medikamente in Drogerien

Anders als in den Niederlanden oder Großbritannien werden in Österreich keine Medikamente in Drogerien wie DM oder Bipa verkauft. Selbst einfache Schmerzmittel und Erkältungsmittel gibt es nur in der Apotheke. Drogerien in Österreich verkaufen Kosmetik, Vitamine und Hygieneprodukte, aber keine Medikamente.

Öffnungszeiten

Die meisten Apotheken in Wien sind Montag bis Freitag von 8:00 bis 18:00 Uhr und Samstag von 8:00 bis 12:00 Uhr geöffnet. Einige Apotheken in belebten Gegenden haben verlängerte Öffnungszeiten. Die meisten sind sonntags geschlossen.

Nachtapotheken (Bereitschaftsapotheken)

Außerhalb der regulären Öffnungszeiten (nachts, sonntags und an Feiertagen) sind Bereitschaftsapotheken (Nachtapotheke) nach einem Rotationsplan im Dienst. Laut österreichischem Gesetz muss mindestens eine Apotheke pro Bezirk immer verfügbar sein.

  • Um die nächste geöffnete Apotheke zu finden: Rufen Sie 1455 an (die österreichische Apotheken-Informationslinie, 24/7 erreichbar). Sie können auch online unter apotheker.or.at nachschauen.
  • Schauen Sie an der Tür einer geschlossenen Apotheke nach. Ein Aushang an der Tür listet die nächste geöffnete Nachtapotheke mit Adresse und Öffnungszeiten auf.
  • Zuschlag: Nachtapotheken erheben einen kleinen Zuschlag (Nachtdienstgebühr) von etwa 3,90 Euro für den Bereitschaftsdienst.

Apotheken-Hotline speichern

Speichern Sie 1455 vor Ihrer Ankunft in Ihrem Telefon. Das ist der schnellste Weg, nachts oder am Wochenende in Wien eine geöffnete Apotheke zu finden. Die Leitung ist 24 Stunden am Tag, 7 Tage die Woche erreichbar.

Rezeptregeln für Touristen

Wie Sie in Österreich an verschreibungspflichtige Medikamente kommen, hängt von Ihrer Herkunft ab:

  • EU/EWR-Bürger: Ein Rezept eines Arztes aus einem anderen EU- oder EWR-Land ist grundsätzlich in österreichischen Apotheken gültig. Der Apotheker kann es überprüfen und gegebenenfalls ein gleichwertiges österreichisches Produkt als Ersatz anbieten, wenn Ihre genaue Marke nicht verfügbar ist. Ein Rezept ist in Österreich 12 Monate gültig, sofern die erste Einlösung innerhalb eines Monats nach Ausstellung erfolgt.
  • Nicht-EU-Besucher (USA, Kanada, Australien usw.): Ein Rezept von außerhalb der EU ist in Österreich nicht gültig. Wenn Ihnen die Medikamente ausgehen, müssen Sie einen österreichischen Arzt aufsuchen. Sie können zu einem praktischen Arzt oder in eine Ambulanz eines Krankenhauses gehen.
  • Notfallausnahme: In dringenden Fällen sind österreichische Apotheker gesetzlich befugt, Medikamente ohne Rezept abzugeben, allerdings nur in der kleinsten handelsüblichen Packungsgröße. Dies liegt im Ermessen des Apothekers und ist nur für echte Notfälle vorgesehen.

Medizinisches Zubehör

Apotheken führen grundlegendes medizinisches Zubehör (Verbände, Antiseptika, Thermometer). Für spezielles Zubehör:

  • Katheter und Stomaversorgung: Fragen Sie in einer größeren Apotheke oder kontaktieren Sie ein Sanitätshaus. Bringen Sie genügend Vorräte von zu Hause für die gesamte Reise mit, da Marken und Größen abweichen können.
  • Atemwegsgeräte (CPAP, Vernebler): Kontaktieren Sie Ihr Hotel im Voraus, um zu bestätigen, dass ein Verlängerungskabel oder eine Steckdose neben dem Bett für die CPAP-Nutzung bereitgestellt werden kann.
  • Einfache Mobilitätshilfen: Einige Apotheken verkaufen Gehstöcke, Krücken und Kompressionsstrümpfe. Für Rollstühle und Scooter besuchen Sie unsere Seite Hilfsmittelverleih.

Krankenversicherung

EU/EWR-Bürger

Bringen Sie Ihre Europäische Krankenversicherungskarte (EHIC) mit. Diese Karte gibt Ihnen Zugang zur staatlichen Gesundheitsversorgung zu den gleichen Kosten wie für österreichische Einwohner. Möglicherweise müssen Sie zunächst selbst bezahlen und eine Erstattung beantragen.

Britische Staatsbürger

Bringen Sie Ihre Global Health Insurance Card (GHIC) mit. Sie funktioniert ähnlich wie die EHIC. Eine Reiseversicherung wird dennoch als Zusatzschutz empfohlen.

Nicht-EU-Besucher

Sie benötigen eine Reiseversicherung, die medizinische Kosten in Österreich abdeckt. Ohne Versicherung ist die medizinische Versorgung teuer. Ein Arztbesuch kostet etwa 60-100 Euro. Notaufnahmen können mehrere hundert Euro kosten, und Krankenhausaufenthalte werden entsprechend berechnet.

Notfallbehandlung

In einem medizinischen Notfall werden Krankenhäuser Sie unabhängig vom Versicherungsstatus behandeln. Rufen Sie 144 für einen Rettungswagen oder 112 für allgemeine Notfälle an. Sie erhalten anschließend eine Rechnung, die Sie bei Ihrer Reiseversicherung einreichen können.

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