Österreichische Regeln für Elektromobile

In Österreich werden Elektromobile (Elektromobil oder Elektroscooter), die von Menschen mit Behinderung genutzt werden, nach dem Verkehrsrecht als Elektrorollstühle eingestuft, sofern sie bestimmte Anforderungen erfüllen. Sie sind nicht dasselbe wie elektrische Tretroller (E-Scooter), für die andere Vorschriften gelten.

Wichtige Vorschriften

  • Geschwindigkeitsbegrenzung: Elektromobile, die auf Gehwegen benutzt werden, dürfen 6 km/h nicht überschreiten. Modelle, die schneller als 6 km/h fahren, können als Kraftfahrzeuge eingestuft werden und müssten die Straße oder den Radweg benutzen.
  • Kein Führerschein erforderlich für Scooter, die als Elektrorollstühle eingestuft sind.
  • Beleuchtung und Reflektoren: Ihr Scooter muss über Vorder- und Rücklichter, Seitenreflektoren und eine Klingel oder Hupe verfügen.
  • Gehwege und Fußgängerzonen: Sie dürfen Gehwege und Fußgängerzonen in Schrittgeschwindigkeit benutzen.

Wiener Linien Richtlinie für Elektromobile im öffentlichen Nahverkehr

Die Wiener Linien erlauben Elektromobile in U-Bahn, Straßenbahn und Bus, es gelten jedoch strenge Größen- und Gewichtsbeschränkungen.

Größen- und Gewichtsbeschränkungen

  • Maximale Länge: 1.000 Millimeter (100 Zentimeter).
  • Maximales Gesamtgewicht (Scooter plus Fahrer plus Gepäck): 350 Kilogramm.

Scooter, die diese Maße oder das Gewicht überschreiten, sind in den Wiener Linien nicht zugelassen. Überprüfen Sie die Spezifikationen Ihres Scooters vor der Reise.

Einstieg mit einem Scooter

In Bussen benutzen Sie die vorgesehene Rollstuhltür (mittlere Tür). Der Fahrer klappt die Rampe aus. Positionieren Sie Ihren Scooter im Rollstuhlbereich und ziehen Sie die Feststellbremse an.

In Straßenbahnen (ULF) steigen Sie durch die zweite Tür (mit dem Rollstuhlsymbol gekennzeichnet) ein. Der Fahrer klappt die Rampe aus, wenn ein Spalt vorhanden ist. Fahren Sie zum vorgesehenen Rollstuhlplatz.

In der U-Bahn nutzen Sie den vorgesehenen Rollstuhlplatz in der Nähe der Türen. Neuere Züge haben ausklappbare Leisten oder Rampen, um den Spalt zwischen Bahnsteig und Zug zu überbrücken. Die meisten Scooternutzer können selbstständig einsteigen, aber der Spalt variiert je nach Station.

Überprüfen Sie die Größe Ihres Scooters

Messen Sie vor Ihrer Reise nach Wien Ihr Elektromobil. Wenn es 100 cm Länge überschreitet oder das Gesamtgewicht (Scooter, Fahrer und Gepäck) 350 kg übersteigt, darf es nicht in den öffentlichen Verkehrsmitteln der Wiener Linien mitgenommen werden. Erwägen Sie, vor Ort ein kompaktes Modell zu mieten.

Ein Elektromobil in Wien mieten

Mehrere Unternehmen in Wien vermieten Elektromobile an Besucher, in der Regel tage- oder wochenweise. Die meisten bieten eine Lieferung zum Hotel oder zur Wohnung an.

Verleihfirmen

Motion4rent: Eine internationale Verleihplattform, die auch in Wien tätig ist. Sie vermieten Elektromobile, manuelle Rollstühle und Elektrorollstühle. Die Ausrüstung wird zu Ihrem Hotel oder Ihrer Wohnung geliefert und am Ende der Mietzeit abgeholt. Die Buchung erfolgt online über motion4rent.com. Ihr Kundendienstteam ist auf eingeschränkte Mobilität spezialisiert und spricht mehrere Sprachen. Das maximale Benutzergewicht liegt je nach Modell bei 120 bis 130 kg.

Mobile4Ever: Ein österreichisches Unternehmen mit Sitz in Wien, das Elektromobile vermietet. Sie liefern in ganz Wien und in ganz Österreich. Kontaktieren Sie sie über ihre Website mobile4ever.at für aktuelle Verfügbarkeit und Preise.

Vienna Wheelchair Rental (viennawheelchairrental.com): Bietet Verleih von manuellen und elektrischen Rollstühlen sowie Elektromobilen mit Lieferung zu Hotels in Wien.

Hotels: Einige barrierefreie Hotels in Wien können einen Scooterverleih für Gäste arrangieren. Fragen Sie bei der Zimmerbuchung nach.

Typische Mietkosten

  • Tagesmiet: 25 bis 60 Euro pro Tag, je nach Modell.
  • Wochenmiete: 130 bis 300 Euro pro Woche.
  • Kaution: Die meisten Unternehmen verlangen eine Kaution von 100 bis 300 Euro, zahlbar per Kreditkarte.

Leihscooter werden in der Regel mit einem Ladegerät geliefert. Bestätigen Sie dies bei der Buchung.

Wo Sie fahren dürfen

  • Gehwege: Ja, in Schrittgeschwindigkeit (maximal 6 km/h). Halten Sie sich rechts und gewähren Sie Fußgängern Vorrang.
  • Fußgängerzonen: Ja, in Schrittgeschwindigkeit. Wien hat große Fußgängerzonen im 1. Bezirk rund um den Stephansplatz, den Graben und die Kärntner Straße.
  • Parks und Gärten: Die meisten Wiener Parks erlauben Elektromobile auf befestigten Wegen. Der Prater hat breite befestigte Wege, und die Gärten von Schloss Schönbrunn haben barrierefreie Kieswege. Der Ringstraßen-Parkstreifen (Stadtpark, Volksgarten, Burggarten) hat ebenfalls glatte befestigte Wege.
  • Museen und Sehenswürdigkeiten: Die meisten großen Museen und Sehenswürdigkeiten erlauben Elektromobile im Inneren, informieren Sie sich aber bei einzelnen Einrichtungen. Einige bitten Sie möglicherweise, auf einen vom Museum bereitgestellten manuellen Rollstuhl umzusteigen.

Wo Sie nicht fahren dürfen

  • Autobahnen und Schnellstraßen: Verboten.
  • Unbefestigte Waldwege: Nicht empfohlen und in einigen Naturschutzgebieten gesetzlich nicht erlaubt.
  • In einigen Gebäuden: Manche Geschäfte und kleinere Museen haben möglicherweise nicht genug Platz für einen Scooter. Fragen Sie am Eingang.

Aufladen

Österreich verwendet Standard-Europasteckdosen (Typ F, 230V, 50Hz). Wenn Ihr Scooter-Ladegerät einen anderen Steckertyp verwendet, bringen Sie einen Adapter mit. Die meisten Scooter benötigen 6 bis 8 Stunden für eine volle Ladung.

Lademöglichkeiten

  • Ihr Hotelzimmer: Die bequemste Option. Bitten Sie um ein Zimmer mit einer Steckdose in der Nähe des Scooter-Stellplatzes. Viele barrierefreie Zimmer haben dies.
  • Cafes und Restaurants: Viele Cafes in Wien erlauben Ihnen das Anschließen, wenn Sie ein zahlender Gast sind.
  • Öffentliches Laden ist nicht weit verbreitet speziell für Elektromobile. Planen Sie, über Nacht in Ihrer Unterkunft zu laden.

Batteriereichweite

Die meisten Leihscooter haben eine Reichweite von 20 bis 35 Kilometern mit einer vollen Ladung. Wiens Haupttouristengebiet (1. Bezirk und umliegende Viertel) ist kompakt genug, dass eine volle Ladung einen ganzen Sightseeing-Tag reichen sollte. Wenn Sie längere Ausflüge planen (nach Schönbrunn, zum Prater oder in die äußeren Bezirke), nehmen Sie das Ladegerät mit.

Versicherung

Wenn Ihr Scooter eine Höchstgeschwindigkeit von 6 km/h hat, ist in Österreich keine Haftpflichtversicherung gesetzlich vorgeschrieben, wird aber empfohlen. Scooter mit mehr als 6 km/h erfordern eine obligatorische Haftpflichtversicherung.

Wenn Sie mieten, ist in der Mietgebühr des Verleihunternehmens in der Regel eine grundlegende Haftpflichtversicherung enthalten. Bestätigen Sie dies vor Vertragsabschluss.

Praktische Tipps

  • Kopfsteinpflaster: Straßen im 1. Bezirk und anderen historischen Gebieten haben oft Kopfsteinpflasteroberflächen. Diese können auf einem Scooter rau und unbequem sein. Bleiben Sie wenn möglich auf den befestigten Gehwegen neben den Kopfsteinpflasterstraßen.
  • Bordsteinabsenkungen: Die meisten Wiener Kreuzungen haben Bordsteinabsenkungen (Gehsteigabsenkungen), aber die Qualität variiert. Einige ältere Viertel haben steile oder schmale Absenkungen. Fahren Sie im rechten Winkel für bessere Stabilität.
  • Hügelige Gebiete: Teile Wiens (besonders die westlichen Bezirke in der Nähe des Wienerwaldes) sind hügelig. Scooter bewältigen sanfte Steigungen gut, aber steile Anstiege können die Batterie schneller entladen.
  • Winterbedingungen: Bei Besuchen von November bis März können Gehwege vereist oder schneebedeckt sein. Die Traktion des Scooters ist unter diesen Bedingungen eingeschränkt.
  • Diebstahlschutz: Schließen Sie Ihren Scooter immer ab, wenn Sie ihn unbeaufsichtigt lassen. Verwenden Sie ein Kettenschloss durch den Rahmen, wenn der Scooter kein eingebautes Schloss hat.

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