Barrierefreiheit der Straßenbahn
Wien hat eines der größten Straßenbahnnetze der Welt mit 28 Linien, die das Stadtzentrum und die umliegenden Viertel abdecken. Die Wiener Linien betreiben das System. Etwa 90 % der Straßenbahndienste fahren mit Niederflurfahrzeugen, was das Netz für Rollstuhlfahrer sehr gut zugänglich macht.
ULF-Straßenbahnen (Ultra Low Floor)
Wiens ULF-Straßenbahnen (Ultra Low Floor) sind speziell für barrierefreien Zugang konzipiert. Der Innenboden befindet sich auf Gehweghöhe, etwa 20 Zentimeter über der Straßenoberfläche. Das bedeutet, dass der Boden nahezu auf gleicher Höhe mit erhöhten Straßenbahnplattformen ist, sodass Rollstuhlfahrer ohne Stufe einsteigen können.
Hauptmerkmale der ULF-Straßenbahnen:
- Zwei ausgewiesene Rollstuhlplätze pro Wagen, in der Regel in der Nähe der Türen hinter dem Führerstand.
- Breite Türen, die Standard- und die meisten Elektrorollstühle aufnehmen können.
- Klappbare Rampen an der zweiten Tür, die der Fahrer bei einem Spalt zwischen Plattform und Straßenbahnboden ausklappen kann.
- Vorrangplätze mit Klappsitzen, die Platz für Rollstühle und Kinderwagen freimachen.
- Elektronische Durchsagen und visuelle Anzeigen mit der nächsten Haltestelle.
Es gibt über 330 ULF-Straßenbahnen in Wiens Flotte, in kurzen (Typ A/A1) und langen (Typ B/B1) Versionen. Dies sind die Fahrzeuge, die Sie auf der überwiegenden Mehrheit der Linien antreffen werden.
Ältere Straßenbahnmodelle
Eine kleine Anzahl älterer Hochflurstraßenbahnen fährt noch auf bestimmten Linien. Diese haben Stufen zum Einsteigen und sind nicht rollstuhlgerecht. Wenn eine Hochflurstraßenbahn ankommt, warten Sie auf die nächste. Prüfen Sie in der WienMobil-App, wann das nächste Niederflurfahrzeug fahrplanmäßig kommt.
Spalte an Haltestellen
Auch bei ULF-Straßenbahnen gibt es an manchen Haltestellen Spalte zwischen Plattform und Straßenbahntür. Die Spaltbreite variiert je nach Haltestelle. Wenn der Spalt zu breit ist, signalisieren Sie dem Fahrer, der die eingebaute Rampe ausklappen kann. Nicht alle Haltestellen haben erhöhte Plattformen. Die WienMobil-App zeigt an, welche Haltestellen als rollstuhlgerecht ausgewiesen sind.
So funktioniert die Rampe
Wenn Sie an einer Straßenbahnhaltestelle ankommen, positionieren Sie sich in der Nähe der zweiten Tür (mit dem Rollstuhlsymbol gekennzeichnet). Stellen Sie Blickkontakt mit dem Fahrer her oder winken Sie, um zu signalisieren, dass Sie einsteigen müssen. Der Fahrer klappt die Rampe von der Straßenbahn zur Plattformkante aus. Sobald Sie eingestiegen sind, fahren Sie zum ausgewiesenen Rollstuhlplatz und ziehen Sie die Bremsen an.
Wenn Sie aussteigen möchten, drücken Sie rechtzeitig den Haltewunschtaster. Der Fahrer klappt die Rampe an Ihrer Haltestelle erneut aus.
Barrierefreiheit der Busse
Alle Busse der Wiener Linien sind Niederflurmodelle mit Klapprampen. Der Fahrer bedient die Rampe vom Fahrersitz aus. Steigen Sie durch die mittlere Tür ein, die das Rollstuhlsymbol trägt und die breiteste Öffnung bietet.
Jeder Bus hat mindestens einen ausgewiesenen Rollstuhlplatz in der Nähe der mittleren Tür. Rollstuhlfahrer haben Vorrang vor Fahrgästen mit Kinderwagen für diesen Platz.
Gewichts- und Größenbeschränkungen
In allen Fahrzeugen der Wiener Linien (Straßenbahnen und Busse) darf das Gesamtgewicht von Elektrorollstuhl, Benutzer und Gepäck 350 Kilogramm nicht überschreiten. Die maximale Rollstuhllänge beträgt 1.000 Millimeter (100 Zentimeter).
Nachtbusse
Wenn die U-Bahn geschlossen ist (etwa Mitternacht bis 5:00 Uhr von Sonntag bis Donnerstag), übernehmen Nachtbusse (Nachtbus) die wichtigsten Strecken. Nachtbusse fahren alle 30 Minuten und decken die Hauptkorridore der Stadt ab. Alle Nachtbusse sind Niederflurfahrzeuge und rollstuhlgerecht mit dem gleichen Rampensystem wie die Tagesbusse.
Nachtbus-Liniennummern beginnen mit "N" (zum Beispiel N25, N38, N60). Die Linien folgen in der Regel den Strecken der entsprechenden U-Bahn- oder Straßenbahnlinien. An Freitag- und Samstagnächten fährt die U-Bahn rund um die Uhr, sodass Nachtbusse nur an anderen Nächten verkehren.
Bezahlung für Straßenbahnen und Busse
Straßenbahnen und Busse verwenden dasselbe Wiener-Linien-Tarifsystem wie die U-Bahn. Sie können jede gültige Fahrkarte verwenden.
| Fahrkartentyp | Preis (ca.) | Gültig für |
|---|---|---|
| Einzelfahrschein | 2,40 Euro | U-Bahn, Straßenbahn, Bus, S-Bahn (eine Fahrt) |
| 24-Stunden-Karte | 8 Euro | Alle Wiener-Linien-Dienste |
| 48-Stunden-Karte | 14,10 Euro | Alle Wiener-Linien-Dienste |
| 72-Stunden-Karte | 17,10 Euro | Alle Wiener-Linien-Dienste |
| Wochenkarte (Mo bis Mo) | 17,10 Euro | Alle Wiener-Linien-Dienste |
Kaufen Sie Fahrkarten an Automaten in U-Bahn-Stationen, bei Wiener-Linien-Kundenzentren oder über die WienMobil-App. Papierfahrkarten müssen vor dem Einsteigen entwertet werden. App-Fahrkarten sind bereits vorentwertet.
Vergleich Straßenbahn vs. Bus
| Merkmal | Straßenbahn (ULF) | Bus |
|---|---|---|
| Rollstuhlrampe | Ja, Fahrer klappt an Tür 2 aus | Ja, Fahrer klappt an mittlerer Tür aus |
| Niederflur | 90 % der Dienste | 100 % der Dienste |
| Abdeckung | Stadtzentrum und innere Bezirke | Stadtweit einschließlich äußerer Bezirke |
| Takt (tagsüber) | Alle 3 bis 10 Minuten auf Hauptlinien | Alle 5 bis 15 Minuten |
| Nachtverkehr | Endet gegen Mitternacht | Nachtbusse fahren von Mitternacht bis 5:00 Uhr |
Tipps für Rollstuhlfahrer
- Positionieren Sie sich an der richtigen Tür. Stellen Sie sich in der Nähe der mit dem Rollstuhlsymbol gekennzeichneten Tür auf (in der Regel Tür 2 bei Straßenbahnen, mittlere Tür bei Bussen).
- Signalisieren Sie dem Fahrer. Stellen Sie Blickkontakt her oder winken Sie, um anzuzeigen, dass Sie die Rampe benötigen.
- Hauptverkehrszeiten sind überfüllt. Morgens (7:30 bis 9:00 Uhr) und abends (16:30 bis 18:30 Uhr) bedeuten volle Fahrzeuge. Der Rollstuhlplatz kann von stehenden Fahrgästen blockiert sein. Reisen außerhalb dieser Zeiten ist einfacher.
- Ring-Straßenbahnen sind beliebt. Die Linien 1 und 2 umkreisen die Ringstraße und passieren viele wichtige Sehenswürdigkeiten. Sie verwenden ULF-Straßenbahnen und sind eine gute Möglichkeit, vom Rollstuhl aus die Stadt zu besichtigen.
Routenplanung
Nutzen Sie die WienMobil-App und wählen Sie die Barrierefreiheitsoption, um Routen zu finden, die nur Niederflurfahrzeuge und barrierefreie Haltestellen verwenden. Die App zeigt Echtzeitabfahrten und gibt an, welche Fahrzeuge Niederflurfahrzeuge sind.
Kopfsteinpflaster in der Nähe von Straßenbahnhaltestellen
Einige Straßenbahnhaltestellen im Stadtzentrum liegen an oder in der Nähe von Kopfsteinpflasterstraßen, besonders rund um die Ringstraße und den historischen 1. Bezirk. Die Haltestellen selbst haben in der Regel befestigte Plattformen, aber der Weg zur und von der Haltestelle kann unebene Oberflächen haben. Planen Sie Ihre Route und prüfen Sie die Straßenbedingungen in der Nähe Ihrer Haltestelle.
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