Barrierefreiheit sprachlich richtig ausdrücken

Im Alltag gibt es viele Fachbegriffe und offizielle Bezeichnungen rund um Barrierefreiheit, die nicht immer selbsterklärend sind. Ob Sie bei der BVG anrufen, eine Behörde kontaktieren oder in einem Hotel nach barrierefreien Zimmern fragen: Die richtigen Begriffe und Formulierungen helfen Ihnen, schnell und klar zu kommunizieren.

Dieser Leitfaden fasst die wichtigsten Fachbegriffe, offizielle Bezeichnungen und nützliche Sätze zusammen, die Sie im Zusammenhang mit Barrierefreiheit in Berlin kennen sollten.

Offizielle Fachbegriffe

BegriffBedeutungWo verwendet
BarrierefreiOhne Hindernisse zugänglichGebäude, Verkehr, Websites
Stufenfreier ZugangZugang ohne TreppenBVG-Stationen, Gebäude
SchwerbehindertenausweisOffizieller BehindertenausweisBehörden, Ermäßigungen
Grad der Behinderung (GdB)Amtlich festgestellte Behinderungsstufe (20 bis 100)Versorgungsamt, Anträge
MerkzeichenBuchstabenkürzel auf dem Ausweis (G, aG, B, Bl, H)Schwerbehindertenausweis
BegleitpersonPerson, die Sie begleitet (fährt kostenlos mit Merkzeichen B)Nahverkehr, Veranstaltungen
WertmarkeBeiblatt für kostenlosen NahverkehrVersorgungsamt
NachteilsausgleichAusgleich für behinderungsbedingte NachteileBehörden, Arbeitgeber
TeilhabeGesellschaftliche Teilhabe von Menschen mit BehinderungGesetzestexte, Beratung
EingliederungshilfeStaatliche Unterstützung zur TeilhabeSozialamt

Begriffe im Nahverkehr

BegriffBedeutungHinweis
EinstiegshilfeUnterstützung beim Ein- und AussteigenBei der BVG telefonisch anforderbar
RollstuhlplatzAusgewiesener Stellplatz im FahrzeugIn jedem Bus, jeder Straßenbahn und jedem Zug
KlapprampeAusklappbare Rampe am FahrzeugAn Bussen und manchen Straßenbahnen
Aufzug außer BetriebDer Aufzug funktioniert derzeit nichtEchtzeit-Status in der BVG-App
NiederflurfahrzeugFahrzeug mit niedrigem EinstiegAlle Berliner Busse und Straßenbahnen
Taktiles LeitsystemBodenleitsystem für sehbehinderte MenschenAn vielen Bahnsteigen
MobilitätsserviceHilfsdienst für Reisende mit BehinderungDeutsche Bahn: 030 65212888

Nützliche Sätze für den Alltag

Diese Formulierungen helfen Ihnen, Ihre Bedürfnisse klar zu kommunizieren:

Am Telefon oder am Schalter

  • "Ich benötige einen barrierefreien Zugang. Können Sie mir sagen, ob Ihr Gebäude stufenfrei erreichbar ist?"
  • "Ich reise mit einem Rollstuhl. Gibt es bei Ihnen einen Aufzug?"
  • "Ich möchte den Mobilitätsservice in Anspruch nehmen. Wie kann ich mich anmelden?"
  • "Verfügen Sie über eine barrierefreie Toilette?"
  • "Ich habe einen Schwerbehindertenausweis mit Merkzeichen B. Fährt meine Begleitperson kostenlos?"

Im Hotel

  • "Ich benötige ein barrierefreies Zimmer mit bodengleicher Dusche."
  • "Gibt es in Ihrem Hotel einen Aufzug, der breit genug für einen Elektrorollstuhl ist?"
  • "Ich muss meinen Elektrorollstuhl über Nacht aufladen. Ist das im Zimmer möglich?"
  • "Können Sie mir ein Zimmer im Erdgeschoss zuweisen?"

Im Restaurant

  • "Ist Ihr Restaurant barrierefrei zugänglich?"
  • "Haben Sie einen Tisch im Erdgeschoss mit ausreichend Platz für einen Rollstuhl?"
  • "Gibt es die Speisekarte auch in Großdruck oder digital?"
  • "Haben Sie eine barrierefreie Toilette?"

Bei Behörden und Ämtern

  • "Ich möchte einen Antrag auf Feststellung des Grades der Behinderung stellen."
  • "Wo kann ich einen Schwerbehindertenausweis beantragen?"
  • "Ich benötige Informationen zur Wertmarke für den Nahverkehr."
  • "Gibt es in Ihrem Amt barrierefreie Beratungsräume?"

Hilfe im Notfall

  • Notfall: Rufen Sie 112 an (Rettungsdienst und Feürwehr) oder 110 (Polizei)
  • "Ich brauche dringend medizinische Hilfe."
  • "Ich benötige einen Rettungswagen. Ich bin Rollstuhlfahrer/Rollstuhlfahrerin."
  • "Ich bin auf Medikamente angewiesen. Wo finde ich die nächste Notdienstapotheke?"
  • Ärztlicher Bereitschaftsdienst: 116117 (außerhalb der Praxisöffnungszeiten)

Abkürzungen, die Sie kennen sollten

AbkürzungBedeutung
BGGBehindertengleichstellungsgesetz
SGB IXSozialgesetzbuch Neuntes Buch (Rehabilitation und Teilhabe)
GdBGrad der Behinderung
BVGBerliner Verkehrsbetriebe
LGBGLandesgleichberechtigungsgesetz Berlin
EDCEuropean Disability Card (Europäischer Behindertenausweis)
ÖPNVÖffentlicher Personennahverkehr

Leichte Sprache und Gebärdensprache

Viele Berliner Behörden und öffentliche Einrichtungen bieten Informationen in Leichter Sprache und Deutscher Gebärdensprache (DGS) an. Auf den Websites von BVG, visitBerlin und den Bezirksämtern finden Sie häufig einen Link zu "Leichte Sprache" oder "Gebärdensprache" in der Kopfzeile.

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