Deutsche Vorschriften für Elektromobile

Elektromobile werden unter dem deutschen Verkehrsrecht als motorisierte Krankenfahrstühle eingestuft, sofern sie bestimmte Anforderungen erfuellen.

Wichtige Vorschriften

  • Höchstgeschwindigkeit: Elektromobile, die auf Gehwegen genutzt werden, dürfen nicht schneller als 6 km/h fahren. Modelle, die schneller als 6 km/h sind, gelten als Kraftfahrzeuge und müssen die Straße oder den Radweg nutzen.
  • Kein Führerschein erforderlich für Elektromobile mit einer Höchstgeschwindigkeit von 6 km/h.
  • Mindestalter: Sie müssen mindestens 15 Jahre alt sein, um ein Elektromobil auf öffentlichen Straßen und Gehwegen zu fahren.
  • Beleuchtung und Reflektoren: Ihr Elektromobil muss Vorder- und Rücklichter, Seitenreflektoren und eine Klingel oder Hupe haben.

BVG-Regeln für Elektromobile im öffentlichen Nahverkehr

Die BVG erlaubt Elektromobile in U-Bahn, S-Bahn, Bussen und Straßenbahnen, es gelten jedoch strenge Größen- und Gewichtsgrenzen.

Größen- und Gewichtsgrenzen

  • Maximale Länge: 120 Zentimeter.
  • Maximale Breite: 70 Zentimeter.
  • Maximales Gesamtgewicht (Elektromobil plus Fahrer): 300 Kilogramm.
  • Muss ein vierrädiges Modell mit stabiler Basis sein.

Elektromobile, die diese Masse überschreiten oder zusammen mit dem Fahrer mehr als 300 kg wiegen, sind in BVG-Verkehrsmitteln nicht zugelassen. Dreirädringe Elektromobile sind wegen Stabilitätsbedenken auf Rampen und in fahrenden Fahrzeugen in der Regel nicht erlaubt.

Einstieg mit dem Elektromobil

Beim Einsteigen in einen Bus oder eine Straßenbahn nutzen Sie die vorgesehene Rollstuhltür (in der Regel die mittlere Tür). Der Fahrer klappt die Rampe aus. Positionieren Sie Ihr Elektromobil auf dem Rollstuhlplatz mit der Front zur Rückwand. Ziehen Sie die Feststellbremse an.

In der U-Bahn und S-Bahn nutzen Sie den vorgesehenen Rollstuhlplatz in der Nähe der Türen. An Bahnstationen gibt es keine Rampe, daher müssen Sie den Spalt zwischen Bahnsteig und Zug selbstständig überqueren können.

Masse Ihres Elektromobils prüfen

Messen Sie vor Ihrer Reise nach Berlin Ihr Elektromobil. Wenn es länger als 120 cm oder breiter als 70 cm ist, darf es nicht in BVG-Verkehrsmitteln mitgenommen werden. Erwägen Sie stattdessen, vor Ort ein kompaktes Modell zu mieten.

Ein Elektromobil in Berlin mieten

Mehrere Unternehmen in Berlin vermieten Elektromobile an Besucher, in der Regel tage- oder wochenweise.

Mietoptionen

  • Sanitätshäuser: Berlin hat viele Sanitätshäuser, die Elektromobile vermieten. Suchen Sie nach "Elektromobil mieten Berlin", um aktuelle Anbieter zu finden. Die Standorte verteilen sich über die ganze Stadt, mit Schwerpunkten in der Nähe von Kurfürstendamm und Alexanderplatz.
  • Rollstuhl- und Elektromobil-Verleih: Unternehmen wie Reha-Technik und ähnliche Anbieter bieten Kurzzeitmieten mit Lieferung ins Hotel an.
  • Hotels: Einige barrierefreie Hotels in Berlin können für ihre Gäste eine Elektromobilmiete arrangieren. Fragen Sie bei der Zimmerbuchung nach.

Typische Mietkosten

  • Tagesmiete: 25 bis 50 Euro pro Tag, je nach Modell.
  • Wochenmiete: 120 bis 250 Euro pro Woche.
  • Kaution: Die meisten Unternehmen verlangen eine Kaution von 100 bis 300 Euro per Kreditkarte.

Miet-Elektromobile werden in der Regel mit einem Ladegerät geliefert. Bestätigen Sie dies bei der Buchung.

Wo Sie fahren dürfen

  • Gehwege: Ja, wenn Ihr Elektromobil auf 6 km/h begrenzt ist. Fahren Sie rechts und lassen Sie Fußgängern den Vortritt.
  • Fußgängerzonen: Ja, in Schrittgeschwindigkeit. Berlin hat große Fußgängerzonen rund um den Alexanderplatz, den Kurfürstendamm und die Friedrichstraße.
  • Parks und Gärten: Die meisten Berliner Parks erlauben Elektromobile auf befestigten Wegen. Der Tiergarten, Berlins zentraler Park, hat breite befestigte Wege, die für Elektromobile geeignet sind. Auch die Gärten am Schloss Charlottenburg haben barrierefreie Wege.
  • Radwege: Nur wenn Ihr Elektromobil schneller als 6 km/h fährt und als Kraftfahrzeug eingestuft ist. Auf 6 km/h begrenzte Elektromobile sollten auf dem Gehweg bleiben.

Wo Sie nicht fahren dürfen

  • In Gebäuden: Nur wenn ausdrücklich erlaubt (die meisten Museen und Einkaufszentren gestatten sie).
  • Autobahnen und Schnellstraßen: Verboten.
  • Unbefestigte Waldwege: Nicht empfohlen wegen des Geländes und in einigen Naturschutzgebieten rechtlich nicht erlaubt.

Versicherung

Wenn Ihr Elektromobil eine Höchstgeschwindigkeit von 6 km/h hat, ist eine Haftpflichtversicherung in Deutschland gesetzlich nicht vorgeschrieben, wird aber dringend empfohlen. Elektromobile über 6 km/h benötigen eine Pflicht-Haftpflichtversicherung und ein kleines Versicherungskennzeichen am Heck.

Wenn Sie mieten, ist im Mietpreis in der Regel eine Basis-Haftpflichtversicherung enthalten. Bestätigen Sie dies vor Vertragsunterzeichnung.

Laden

Berlin verwendet europäische Standardsteckdosen (Typ F, 230V, 50Hz). Wenn das Ladegerät Ihres Elektromobils einen anderen Steckertyp verwendet, bringen Sie einen Adapter mit. Die meisten Elektromobile benötigen 6 bis 8 Stunden für eine volle Ladung.

Lademöglchkeiten

  • Ihr Hotelzimmer: Die bequemste Option. Fragen Sie nach einem barrierefreien Zimmer im Erdgeschoss mit einer Steckdose in der Nähe des Abstellplatzes für das Elektromobil.
  • Cafes und Restaurants: Viele Berliner Cafes lassen Sie Ihr Gerät aufladen, wenn Sie höflich fragen und zahlender Gast sind.
  • Öffentliche Ladestationen für Elektromobile gibt es kaum. Planen Sie ein, über Nacht in Ihrer Unterkunft zu laden.

Akkureichweite

Die meisten Miet-Elektromobile haben eine Reichweite von 20 bis 35 Kilometern bei voller Ladung. Berlins Sehenswürdigkeiten verteilen sich über eine große Stadt, planen Sie also Ihre Route so, dass der Akku nicht weit vom Hotel leer wird. Nehmen Sie das Ladegerät mit, wenn Sie einen langen Tag planen.

Praktische Tipps

  • Kopfsteinpflaster: Viele Straßen in Berlin, besonders in Mitte und Prenzlaür Berg, haben Kopfsteinpflaster. Das kann auf einem Elektromobil holprig und unbequem sein. Nutzen Sie nach Möglichkeit die befestigten Gehwege neben den Kopfsteinpflasterstraßen.
  • Bordsteinabsenkungen: Die meisten Berliner Kreuzungen haben Bordsteinabsenkungen, deren Qualität jedoch variiert. In einigen älteren Vierteln sind die Absenkungen steil oder schmal. Fahren Sie im rechten Winkel darauf zu für bessere Stabilität.
  • Winterbedingungen: Wenn Sie von November bis März reisen, rechnen Sie damit, dass Gehwege vereist oder schneebedeckt sein können. Die Traktion des Elektromobils ist unter diesen Bedingungen eingeschränkt.
  • Diebstahlschutz: Schließen Sie Ihr Elektromobil immer ab, wenn Sie es unbeaufsichtigt lassen. Verwenden Sie ein Kettenschloss durch den Rahmen, wenn das Elektromobil kein eingebautes Schloss hat.

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