Überblick
Die U-Bahn (Untergrundbahn) ist das Berliner Schnellbahnnetz, betrieben von der BVG (Berliner Verkehrsbetriebe). Es umfasst 10 Linien (U1 bis U9 sowie U12) mit 175 Stationen im gesamten Stadtgebiet. Die U-Bahn fährt werktags von etwa 4:00 Uhr bis 1:00 Uhr und in den Nächten von Freitag auf Samstag sowie Samstag auf Sonntag rund um die Uhr.
Etwa 130 der 175 Stationen verfügen derzeit über Aufzüge und sind somit stufenfrei von der Straße bis zum Bahnsteig erreichbar. Die BVG rüsten im Rahmen eines laufenden Barrierefreiheitsprogramms weitere Stationen mit Aufzügen aus. Allerdings fehlen an etwa 45 Stationen noch Aufzüge, weshalb eine vorherige Routenplanung wichtig ist.
Aufzugstatus prüfen
Aufzüge im U-Bahn-Netz fallen gelegentlich aus. Prüfen Sie vor der Fahrt, welche Aufzüge in Betrieb sind.
BVG-App (FahrInfo): Die offizielle BVG-App zeigt den Echtzeit-Status aller Aufzüge an jeder Station. Sie kann Routen planen, die Stationen mit defekten Aufzügen umfahren. Kostenlos für iOS und Android.
BVG-Website: Die BVG-Aufzugseite listet alle aktuellen Aufzugstörungen im gesamten Netz auf, in Echtzeit aktualisiert.
Stationsanzeigen: Elektronische Anzeigen an den Stationseingängen zeigen, ob der Aufzug an dieser Station in Betrieb ist.
Immer vorher prüfen
Aufzugstörungen kommen regelmäßig wegen Wartung und Reparaturen vor. Prüfen Sie vor jeder Fahrt die BVG-App oder die Website. Ein defekter Aufzug kann bedeuten, dass Sie an Ihrer geplanten Station nicht aussteigen können.
Einstieg in den Zug
Zwischen Bahnsteigkante und Zugboden gibt es einen Spalt. Dieser ist in der Regel 5 bis 8 Zentimeter breit und 2 bis 4 Zentimeter hoch. Die meisten Nutzer von Hand- und Elektrorollstühlen können diesen Spalt selbstständig überqueren, für einige kann es jedoch schwierig sein.
An U-Bahn-Stationen gibt es keine Einstiegsrampen. Wenn Sie Hilfe beim Überqueren des Spalts benötigen, fragen Sie andere Fahrgäste oder kontaktieren Sie vorab den Mobilitätsservice der BVG.
Jeder U-Bahn-Wagen hat einen ausgewiesenen Rollstuhlplatz, der mit dem Rollstuhlsymbol gekennzeichnet ist. Der Platz befindet sich in der Nähe der Türen im mittleren Bereich des Zuges. Während der Hauptverkehrszeiten (7:00 bis 9:00 Uhr und 16:00 bis 19:00 Uhr) können die Züge überfuellt sein. Versuchen Sie nach Möglichkeit außerhalb dieser Zeiten zu fahren.
Fahrscheine kaufen
Berlin verwendet ein integriertes Tarifsystem für U-Bahn, S-Bahn, Busse und Straßenbahnen. Fahrscheine gelten für alle Verkehrsmittel innerhalb des gekauften Tarifbereichs.
Fahrscheinautomaten: An jedem Stationseingang vorhanden. Die meisten Automaten haben einen Bildschirm auf rollstuhlgerechter Höhe und akzeptieren Münzen, Karten und kontaktlose Zahlung. Sprachoptionen umfassen Deutsch und Englisch.
Tarifbereiche: Die meisten Ziele in der Berliner Innenstadt liegen im Tarifbereich AB. Ein Einzelfahrschein kostet etwa 3,50 Euro und gilt 2 Stunden in eine Richtung. Eine Tageskarte kostet etwa 9,50 Euro.
Entwertung: Sie müssen Ihren Fahrschein an den kleinen gelben oder roten Entwertern auf dem Bahnsteig vor dem Einsteigen entwerten. Über die App gekaufte Tickets sind bereits entwertet.
Schwerbehindertenausweis
Wenn Sie einen deutschen Schwerbehindertenausweis mit dem Merkzeichen "G", "aG", "Bl" oder "H" sowie eine gültige Wertmarke besitzen, können Sie alle öffentlichen Nahverkehrsmittel in Berlin kostenlos nutzen, einschließlich U-Bahn, S-Bahn, Busse und Straßenbahnen. Dies gilt für die Tarifbereiche ABC. Internationale Besucher haben keinen Anspruch auf diesen Ausweis.
Stationen ohne Aufzug
Einige ältere U-Bahn-Stationen haben keinen Aufzug und sind nur über Treppen erreichbar. Zu den wichtigsten Stationen ohne Aufzug gehören mehrere Haltestellen an den Linien U1, U2 und U3 im westlichen Stadtgebiet. Nutzen Sie vor Ihrer Fahrt die BVG-App und filtern Sie nach stufenfreien Routen. Die App leitet Sie zur nächsten barrierefreien Station.
Tipps für die Nutzung der U-Bahn
- Planen Sie Ihre Route mit der BVG-App und wählen Sie die Option "barrierefrei", um nur stufenfreie Verbindungen zu sehen.
- Fahren Sie nach Möglichkeit außerhalb der Hauptverkehrszeiten. Die Mittagszeit (10:00 bis 15:00 Uhr) und die Abende nach 19:00 Uhr sind ruhiger.
- Positionieren Sie sich in der Nähe der Türen, wenn Sie auf dem Bahnsteig warten. Die Zugtüren öffnen automatisch, aber möglicherweise müssen Sie den grünen Knopf an der Tür drücken.
- Nutzen Sie nach Möglichkeit die Linien U5 und U9, da diese einige der modernsten, vollständig barrierefreien Stationen haben.
- Bitten Sie um Hilfe, wenn Sie sie benötigen. Berliner Fahrgäste sind in der Regel hilfsbereit, besonders wenn Sie auf den Spalt oder den Türknopf zeigen.
Alternative Routen
Wenn Ihre Ziel-U-Bahn-Station keinen Aufzug hat, prüfen Sie, ob eine nahegelegene S-Bahn-, Bus- oder Straßenbahnhaltestelle Sie in die Nähe bringt. Das Berliner Busnetz ist zu 100 Prozent mit Niederflurfahrzeugen ausgestattet und kann oft dort einspringen, wo die U-Bahn noch nicht barrierefrei ist.
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